Ein Marder beißt sich durch einen Kühlwasserschlauch. Wochen später überhitzt der Motor auf der Autobahn. Der Schaden: mehrere tausend Euro. Die entscheidende Frage lautet dann nicht „Wie konnte das passieren?“, sondern: Zahlt jetzt meine Versicherung – oder nicht?
Die Antwort hängt von genau zwei Faktoren ab: der Schadensursache und dem gewählten Tarif.
Öfter als die meisten vermuten. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden im Jahr 2024 rund 252.000 Marderschäden an kaskoversicherten Fahrzeugen in Deutschland registriert – 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gesamtschadenaufwand lag bei rund 157 Millionen Euro, ein einzelner Schaden kostete im Schnitt etwa 620 Euro.
Der Durchschnittswert von 620 Euro klingt überschaubar. Er bezieht sich aber auf direkte Schäden – also durchgebissene Kabel, zerstörte Schläuche, beschädigte Leitungen. Entsteht durch einen zerbissenen Kühlschlauch ein Motorschaden, der repariert werden muss, kann das schnell das Zehnfache kosten.
Warum beißen Marder überhaupt ins Auto?Das Verhalten ist kein Zufall. Marder markieren ihr Revier mit Geruchssekret. Konkurrierende Tiere reagieren darauf aggressiv und versuchen, die Duftspuren des Rivalen wegzubeißen und durch eigene zu überlagern.
Das Problem entsteht, wenn ein Auto abwechselnd in verschiedenen Revieren parkt – etwa tagsüber am Arbeitsplatz, nachts zu Hause. Warme Motorräume dienen als Unterschlupf. Wechselt das Auto die Parkposition, folgen die Bisse. Das passiert das ganze Jahr über, häuft sich aber zwischen März und August während der Paarungszeit.
Wer Motorraum-Komponenten modifiziert oder neue Kabelstränge verlegt hat, sollte nach jedem Marderverdacht besonders gründlich prüfen lassen – neue Leitungen sind für Marder genauso interessant wie originale.
Was zahlt die Versicherung – und was nicht?Es gibt drei Schadenstypen, die sich versicherungsrechtlich fundamental unterscheiden:
1. Direkter Marderbiss (z. B. durchgebissene Zündkabel, Kühlwasserschläuche)
Das ist der Standardfall. Die Teilkaskoversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für den Austausch aller direkt beschädigten Teile im Motorraum.
2. Folgeschäden (z. B. Motorschaden durch Überhitzung infolge eines durchgebissenen Kühlschlauchs)
Das ist die entscheidende Kategorie – und die teuerste. Je nach Tarif ersetzen Versicherer nicht nur die unmittelbar beschädigten Teile, sondern auch Folgeschäden wie einen überhitzten Motor oder defekte Bauteile infolge zerstörter Leitungen. Nicht jeder Tarif deckt das ab. Genau hier trennen sich die Angebote.
3. Betriebsschäden (Verschleiß, Materialermüdung, mangelnde Wartung)
Diese Schäden zahlt keine Versicherung – weder Haftpflicht, noch Teil- noch Vollkasko. Das gilt auch dann, wenn gleichzeitig ein Marderschaden vorliegt. Die Versicherung prüft die Kausalität: War der Marder die Ursache, oder war der Motor ohnehin am Ende?
Merksatz: Die Versicherung zahlt den Motorschaden, wenn der Marder die Ursachenkette gestartet hat. Sie zahlt nicht, wenn der Motor aus eigenen Gründen versagt hat.
Anmerkung: Es gib auch bei der Versicherung jährliche Änderungen, welche man bei Abschluss eines neuen Vertrages zumindest im Blick haben sollte.
Welche Versicherungsart greift?Die Kfz-Haftpflicht zahlt bei Marderschäden grundsätzlich nicht – sie deckt nur Schäden, die man anderen zufügt.
Die Teilkasko zahlt Marderschäden inklusive Folgeschäden, sofern dieser Baustein ausdrücklich im Tarif enthalten ist.
Die Vollkasko umfasst alle Leistungen der Teilkasko und zahlt zusätzlich bei selbstverschuldeten Unfallschäden und Vandalismus.
Der Tarif-Unterschied am Beispiel HUK24Wie groß die Unterschiede zwischen Tarifen sein können, zeigt das Beispiel HUK24. Der Direktversicherer listet auf seiner Website explizit: Tierbiss am Fahrzeug inklusive Folgeschäden ist in der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung abgedeckt – also bereits ohne Vollkasko.
Gleichzeitig weist HUK24 klar aus: Im Basis-Tarif ist der Tierbiss nicht mitversichert. Wer also beim günstigsten Einstiegstarif landet, hat beim Thema Marder schlicht keinen Schutz – weder für direkte Bisse noch für einen daraus resultierenden Motorschaden.
Wer mit HUK24 gegen Marderschäden inklusive Folgekosten abgesichert sein will, muss mindestens den Classic-Tarif wählen. Dort sind Folgeschäden durch Tierbiss bis 20.000 Euro versichert.
Autotuning.de Tipp: KFZ Versicherung von HUK24
Was tun, wenn ein Marderbiss passiert ist?Schnelles Handeln kann die Folgekosten erheblich reduzieren:
Einen Motorschaden durch Marderbiss deckt nicht automatisch jede Kaskoversicherung ab. Die entscheidende Frage ist, ob Folgeschäden durch Tierbiss ausdrücklich im Tarif enthalten sind. Bei HUK24 gilt: Erst ab dem Tarif Classic SELECT sind Schäden durch Tierbisse – direkte wie indirekte Folgeschäden – versichert. Günstigere Einstiegstarife lassen Fahrzeughalter hier im Regen stehen.
Wer sein Fahrzeug umgebaut hat, auf verschiedenen Parkplätzen steht oder in einer Region mit hoher Marderdichte wohnt, sollte diesen Punkt beim Versicherungsabschluss gezielt prüfen – und nicht erst, wenn die Motorwarnleuchte aufleuchtet.
Der Beitrag Motorschaden durch Marderbiss – wann zahlt die KFZ-Versicherung? erschien zuerst auf AUTOTUNING.DE.